Ein Jahr diakonisches Lernen mit dem CJD Salzgitter und der IGS Salzgitter – Reflexion und Ausblick

Nach langer Vorbereitung ging es nach den Sommerferien 2023 endlich los. Beim Apfelpflücken trafen sich 15 Schüler:innen und etwa genauso viele Beschäftigte aus der Werkstatt für Menschen mit Behinderung in Hallendorf, um sich kennenzulernen. Zurückhaltend gingen beide Seiten aufeinander zu und beobachteten den jeweils anderen aus einiger Entfernung. 

Ab dann trafen sich die Teilnehmer:innen des WPK jede Woche an einem Nachmittag und erlebten gemeinsam unterschiedliche Aktionen. Unter anderem standen das Backen von Weihnachtsplätzchen, das Bemalen von Ostereiern, gemeinsames Grillen und auch das Kennenlernen der Lebens- und Arbeitsräume des jeweils anderen auf dem Programm. Aber auch Ausflüge in die heiligen Gebäude der Weltreligionen, zur Polizei und Feuerwehr förderten die Gemeinschaft und das Zusammengehörigkeitsgefühl der Gruppe. 

Viel Spaß hatten wir bei dem Spiel „Appel und Ei“ in der Lebenstedter Innenstadt. An diesem Tag verging die Zeit wie im Flug und alle hätten gerne noch weitergemacht. 

In den letzten Wochen wurde es sportlich: Beim Minigolf lachten alle gemeinsam darüber, wie gut oder schlecht die Schläge waren. Die Stimmung war gelöst und die Gruppe war mittlerweile zu einer Gemeinschaft zusammengewachsen, so dass es für Außenstehende mittlerweile nicht mehr möglich war, innerhalb der Gemeinschaft zu unterscheiden, wer Schüler:in und wer Beschäftigte war.

Nun kann man sich fragen: Was hat das alles mit Unterricht und vor allem mit Religionsunterricht zu tun? Das diakonische Lernen ist Praxislernen. Die Beteiligten haben in diesem Jahr mehr über sich und ihre Mitmenschen gelernt, als sie es in einem Klassenraum je getan hätten. Die Begegnung fördert das Leben von christlichen Werten und die Wahrnehmung des anderen. Jede:r Beteiligte:r konnte in eine Welt schnuppern, die ihm sonst verschlossen geblieben wäre und besonders für die Schüler*innen waren diese Erfahrungen hilfreich, da sie einige Vorstellungen, die sie vorher hatten, revidieren konnten und sich manche Schubladen in ihrem Denken aufgelöst haben. Aber auch der Bereich der Berufsorientierung wird in diesem Wahlpflichtkurs großgeschrieben. 
Für das nächste Schuljahr sind viele weitere Aktionen geplant und alle Beteiligten freuen sich schon sehr darauf, sich nach den Sommerferien wiederzusehen. 

Allerdings ist der personelle Aufwand beim diakonischen Lernen in der Vorbereitung sehr hoch. Es handelt sich hierbei u.a. um das Aufbauen von Netzwerken und Kooperationen, die didaktische Beratung zu religiösen Themen und professionelle Reflektion der bisherigen Projektarbeit. Diese wäre ohne den dritten Partner, das ARPM der Landeskirche Braunschweig, nicht möglich. Großer Dank geht daher ausdrücklich an Heiko Grüter-Tappe, der im Rahmen seiner Tätigkeit im ARPM das diakonische Lernen in der Landeskirche Braunschweig etabliert sowie begleitet hat und den Lehrkräften und außerschulischen Partnern jederzeit beratend zur Seite steht. 

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